Der Westweg, der älteste Fernwanderweg im Schwarzwald, ist einer der beliebtesten Fernwanderwege in Deutschland. Bereits im Jahr 1900 wurde diese mit der roten Raute ausgeschilderte Route vom Schwarzwaldverein angelegt. Der Westweg zählt insgesamt 11 Etappen und durchquert den Schwarzwald von Norden nach Süden. Unterwegs triffst du auf die freundlichen Menschen im Schwarzwald, die es gewohnt sind, dass Wanderer auf dieser Route unterwegs sind, und übernachtest in malerischen Dörfern, in denen du den Schwarzwald in Ruhe genießen kannst. Tagsüber wanderst du abwechselnd durch dichte Wälder, auf verschlungenen Pfaden und kommst an schönen Aussichtspunkten vorbei. Leonoor und Marlon sind gemeinsam eine sechstägige Variante entlang der Westroute des Westwegs gewandert. Ihre Erfahrungen, einschließlich aller Tipps zu der Route, die sie gegangen sind, findest du in diesem ausführlichen Artikel.

Der Westweg im Schwarzwald: Deutschlands ältester Fernwanderweg
Der Schwarzwald ist ein dicht bewaldetes Mittelgebirge in Süddeutschland, nicht weit von der französischen und schweizerischen Grenze und dem Rhein entfernt. Er ist flächenmäßig das größte Mittelgebirge in Deutschland, voller Wälder, aber auch schöner Aussichtspunkte. Der Feldberg zum Beispiel ist mit fast 1.500 Metern der höchste Berg in der Region, und bei klarem Wetter kann man auf den südlichen Gipfeln des Schwarzwalds deutlich die Schweizer Alpen sehen. Obwohl viele Menschen den Schwarzwald also vor allem mit viel Wald in Verbindung bringen, ist der Westweg sehr abwechslungsreich und du wirst neben den üblichen Wäldern auch auf viele andere schöne Orte stoßen.
Der Westweg führt also quer durch den Schwarzwald. Wenn du den gesamten Westweg wandern willst, brauchst du dafür 11 Tage. Wenn du nicht so viel Zeit hast, ist eine kürzere Variante, wie zum Beispiel diese sechstägige Route, eine gute Alternative. Die in diesem Artikel beschriebene Variante beginnt in Hark und folgt dann der westlichen Variante des Westwegs. Hier wanderst du unter anderem über den Feldberg und kommst an schönen Orten wie dem Wiedener Eck vorbei. Obwohl der Westweg ursprünglich bis nach Basel führt, endet die hier beschriebene Variante in Kandern. Da das letzte Stück bis Basel nicht als der schönste Teil des Westwegs gilt, kannst du es auslassen, wenn du willst.
- Sechs Tage wandern auf dem Westweg im Schwarzwald, der im Süden Deutschlands liegt.
- Der Westweg ist technisch gesehen eine leichte Wanderroute mit einer moderaten Anzahl von Höhenmetern pro Tag und meist auf breiten Wegen. Allerdings sind einige Etappen sehr lang und können nicht abgekürzt werden. Eine gute Kondition ist daher unbedingt erforderlich.
- Diese Variante beginnt im Wandergebiet Auf der Hark, in der Nähe von Oberhamersbach. Der letztgenannte Ort ist leicht mit dem Zug zu erreichen.
- Die Route endet in Kandern. In Kandern kannst du in einen Bus nach Basel in der Schweiz einsteigen. Von Basel aus kannst du dann mit dem Zug zurück zum Ausgangspunkt der Route oder nach Hause fahren.
- Weitere Informationen über den Westweg, einschließlich Informationen über alle Übernachtungsmöglichkeiten auf der Strecke, findest du in dieser praktischen Broschüre.
Die Etappen des Westweges auf einen Blick
Bist du bereit, diese Variante des Westweges zu gehen? Die sechs Etappen, die Leonoor und Marlon gelaufen sind, findest du im Folgenden. Klicke auf einen der untenstehenden Links, um direkt zu der jeweiligen Etappe zu gelangen, oder scrolle von hier aus nach unten, um dir die Etappen in Ruhe anzusehen.
- Tag 1: Der Westweg beginnt mit einer Etappe von Auf der Hark nach Hausach
- Tag 2: von Hausach nach Wilhelmshöhe
- Tag 3: von Wilhemshöhe nach Kalte Herberge
- Tag 4: Weiter geht’s auf dem Westweg von Kalte Herberge nach Hinterzarten
- Tag 5: von Hinterzarten zum Wiedener Eck
- Tag 6: bye bye Westweg, vom Wiedener Eck nach Kandern
- Nützliche Tipps und Erfahrungen von Leonoor und Marlon zum Erwandern des Westwegs
Tag 1: Der Westweg beginnt mit einer Etappe von Auf der Hark nach Hausach
Nach einer langen Zugfahrt aus den Niederlanden und einer Übernachtung im nahe gelegenen Oberhamersbach beginnt für uns der Westweg. Es ist Frühling, aber das Frühlingswetter lässt noch auf sich warten. Die Wälder des Schwarzwalds sind teilweise in Nebel gehüllt. Während die meisten Wanderer drinnen bleiben, fährt uns der Besitzer des Hotels, in dem wir übernachtet haben, zum höher gelegenen Auf der Hark, wo der Westweg für uns beginnt. Der erste Tag ist eine relativ leichte Etappe, die fast ausschließlich durch den Wald führt und nicht allzu viele Höhenmeter aufweist. Unterwegs stoßen wir auf die Holenlochenhütte, die an den Wochenenden geöffnet ist und von Freiwilligen betrieben wird. Gegen eine freiwillige Gebühr bekommst du dort Kaffee, Tee und selbstgebackenen Kuchen. Nach einem erfolgreichen ersten Tag können wir endlich unsere erste Übernachtung auf dem Westweg in Hausach genießen.
- Relativ sanfter Einstieg in den Westweg, der fast vollständig durch den Wald verläuft
- Länge: 15,8 Kilometer
- Höhenmeter: 270 Meter


Tag 2: von Hausach nach Wilhelmshöhe
Nach einem relativ leichten Start ist die zweite Etappe des Westwegs anspruchsvoller. Die meisten Höhenmeter werden jedoch am Anfang zu bewältigen sein. Abgesehen von ein paar steilen Abschnitten ist das aber durchaus zu schaffen. Wie am ersten Tag ändert sich die Landschaft nur wenig. Wir wandern hauptsächlich durch die dichten Wälder des Schwarzwalds, wo der Nebel eine etwas mystische Stimmung erzeugt. Unser zweiter Tag endet im schönen Gasthof Wilhelmshöhe, der mit ein bisschen Fantasie ganz wie eine Berghütte aussieht.
- Von Hausach nach Wilhelmshöhe, eine relativ lange und harte Etappe
- Länge: 19,9 Kilometer
- Höhenmeter: 1.080 Meter



Tag 3: von Wilhemshöhe nach Kalte Herberge
Auf dem Westweg ist kein Tag wie der andere. Nach zwei Etappen durch den Wald, wanderst du auf der dritten Etappe mehr durch Wiesen. Außerdem werden auch die Ausblicke weitläufiger. Weil diese Etappe trotz ihrer Länge von fast 22 Kilometern relativ wenige Höhenmeter hat, fühlt sie sich nicht so schwer an. Aber vielleicht haben wir uns inzwischen an die Entfernungen und das Laufen mit einem schweren Rucksack gewöhnt. Einer der Höhepunkte der dritten Etappe ist sicherlich die Martinskappele: Denn hier befindet sich eine der Quellen der Donau, die im Schwarzwald entspringt.
- Lange Etappe von Wolhelmshöhe nach Kalte Herberge
- Länge: 21,8 Kilometer
- Höhenmeter: 400 Meter



Tag 4: Weiter geht’s auf dem Westweg von Kalte Herberge nach Hinterzarten
Auch am vierten Tag zeigt sich der Westweg mehr und mehr von seiner vielseitigen Seite. Das Wetter bessert sich nach den ersten grauen Tagen langsam und die Stimmung ist gut. Nach einem leckeren Frühstück im Hotel Kalte Herberge machen wir uns wieder auf den Weg. Wie an Tag drei erwartet uns eine lange Etappe von über 26 Kilometern, aber wieder hält sich die Zahl der Höhenmeter in Grenzen. Die Route führt wieder durch Wälder und Wiesen. Unterwegs kommen wir an Titisee und dem gleichnamigen Dorf am See vorbei. Ein toller Ort, um eine Pause einzulegen und etwas zu essen. Am Wasser findest du zahlreiche Restaurants. Nach einem langen, aber auch schönen Tag erreichen wir schließlich Hinterzarten, den Endpunkt des vierten Tages.
- Wunderbar abwechslungsreiche Etappe durch Wälder und entlang schöner Wiesen
- Länge: 26,8 Kilometer
- Höhenmeter: 490 Meter


Tag 5: von Hinterzarten zum Wiedener Eck
Tag fünf bricht an und der Westweg neigt sich schon langsam dem Ende zu. Auf der Etappe von Hinterzarten zum Wiedener Eck wird das Beste jedoch für den Schluss aufgehoben. Heute sind wir wieder lange unterwegs und müssen im Gegensatz zu den vorherigen Tagen einige Höhenmeter mehr bewältigen. Diese sind jedoch gut über den Tag verteilt, so dass du relativ wenig davon merken wirst. Den ersten Teil dieser Etappe erklimmen wir den Feldberg, mit fast 1.500 Metern der höchste Punkt auf unserer Route und der höchste Punkt des Westwegs. Hier kannst du bei klarem Wetter zum ersten Mal die Schweizer Alpen sehen. Anschließend steigen wir vom Feldberg in Richtung Wiedener Eck durch Wiesen und Wälder ab. Am Wiedener Eck essen wir im Berghotel Wiedener Eck, das sehr zu empfehlen ist!
- Eine der schöneren Etappen auf dem Westweg
- Länge: 26,8 Kilometer
- Höhenmeter: 790 Meter



Tag 6: bye bye Westweg, vom Wiedener Eck nach Kandern
Dass der Westweg lange Tagesetappen hat, war natürlich schon vorher bekannt. Am sechsten Tag erwartet uns jedoch die längste Etappe. Insgesamt 33 Kilometer bis Kandern, und dann beschließen wir sogar, den letzten langweiligen Teil bis Basel zu überspringen. Zuerst erklimmen wir über einen steinigen und steilen schmalen Pfad den Gipfel des Belchen und blicken von dort auf die Schweizer Alpen hinunter. Ein herrliches Panorama. Vom Belchen sind es dann noch 26 Kilometer bis nach Kandern. Danach steigst du ab, bevor es auf den Blauen geht. Hier kannst du dich in der Berggaststätte stärken (die übrigens während unserer Wanderung wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war). Die letzten 10 Kilometer sind dann noch etwas zäh, aber wir genießen es auch, diese schöne Strecke durch den Schwarzwald bewältigt zu haben.
- Sehr lange letzte Etappe vom Wiedener Eck nach Kandern
- Länge: 33 Kilometer
- Höhenmeter: 800 Meter
Nützliche Tipps und Erfahrungen von Leonoor und Marlon zum Erwandern des Westwegs
Wer plant, den Westweg zu wandern, kann eine schöne Route mit abwechslungsreichen Etappen genießen. Leonoor und Marlon listen im Folgenden einige weitere nützliche Tipps und Erfahrungen für dich auf:
- Der Westweg ist so gut ausgeschildert, dass man kaum etwas falsch machen kann. Obwohl wir eine Karte und ein Navi dabei hatten, mussten wir es fast nie benutzen
- Die Menschen in der Region sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. In allen Hotels, in denen wir übernachtet haben, durften wir uns zum Beispiel oft kostenlos ein Lunchpaket aus den Resten des Frühstücks zusammenstellen
- Entlang des Weges stößt du regelmäßig auf „Snackboxen“, aus denen du gegen eine kleine Gebühr etwas Leckeres wie einen Energieriegel oder ein Getränk bekommen kannst
- Wir sind den Westweg im Mai gegangen. Die Route ist dann noch sehr ruhig, was uns sehr gefallen hat. Auf manchen Etappen haben wir zum Beispiel einen ganzen Tag lang kaum jemanden getroffen.
- Nimm genügend Bargeld mit. An vielen Orten kannst du nur mit Bargeld bezahlen und entlang der Route wirst du nicht viele Geldautomaten finden.
- Nimm auch genügend Snacks für unterwegs mit. Der Schwarzwald ist sehr dünn besiedelt und in kleineren Orten gibt es meist keine Supermärkte.
- Für den Westweg haben wir übrigens gut trainiert. An den Wochenenden machten wir uns oft auf, um lange Strecken zu wandern. Das hat uns sehr geholfen: Denn obwohl wir auf dem Westweg auf lange Etappen trafen, kamen wir konditionell sehr gut zurecht.
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Häufig gestellte Fragen über den Westweg
Hast du Lust, diese wunderschöne Fernroute zu wandern? Die folgenden häufig gestellten Fragen helfen dir bei der Planung dieser schönen Tour weiter und sorgen dafür, dass du gut vorbereitet bist, wenn du dich auf den Weg machst.
Ist der Westweg beschildert?
Ist der Westweg beschildert?
Ja, der Westweg ist mit einer roten Raute sehr gut ausgeschildert. Es ist jedoch ratsam, zusätzlich zum Befolgen der Schilder eine eigene Karte und ein Navi mitzubringen.
Wann ist die beste Jahreszeit um den Westweg zu gehen?
Wann ist die beste Jahreszeit um den Westweg zu gehen?
Du kannst den Westweg von Mai bis Oktober begehen. Vor allem im Frühling und Herbst sind die Temperaturen in diesem Gebiet sehr angenehm.


