Es ist eine häufig gestellte Frage, die oft in meinem Posteingang landet: Wie kann man am besten für eine Hüttentour trainieren? Wenn du wenig Erfahrung mit Bergwanderungen hast oder noch nie eine Hüttenwanderung gemacht hast, dann ist es ratsam, sich gut vorzubereiten. Leider kann ich dir keinen maßgeschneiderten Trainingsplan anbieten. Das hängt nämlich sehr stark von deiner körperlichen Verfassung und deinen bisherigen Bergerfahrungen ab. Ich werde dir aber mit einigen nützlichen Tipps auf deinem Weg helfen, die dich Schritt für Schritt auf eine unvergessliche Hüttenwanderung vorbereiten.

Trainieren für eine Hüttentour: Diese Informationen helfen dir weiter
Schritt für Schritt helfe ich dir dabei, dich für eine Hüttentour fit zu machen. Unten findest du die verschiedenen Punkte, die du berücksichtigen solltest. Klicke auf einen der untenstehenden Links, um direkt zum entsprechenden Thema zu gelangen, oder scrolle von hier aus nach unten, um sie dir Schritt für Schritt in aller Ruhe anzusehen.
- Wie anspruchsvoll sind Hüttentouren in den Bergen?
- Welche Hüttentour passt zu meiner Ambition?
- Was muss ich bei einer Hüttentour in den Bergen beachten?
- Wie kann ich meine Wanderfitness für eine Hüttentour verbessern?
- Wie kann ich meine Muskeln für eine Hüttentour trainieren?
- Welche Wanderwege in der Nähe eignen sich zum Trainieren?
- Fertig mit dem Training: Diese Vorbereitungstipps helfen dir auf deinem Weg mit deiner Hüttenwanderung.
Wie schwierig sind Hüttentouren in den Bergen?
Beim Trainieren für eine Hüttentour gibt es einiges zu beachten. Die wichtigste Frage, die du dir im Vorfeld stellen solltest: Welche Art von Hüttentour möchtest du machen? Ein guter Anhaltspunkt ist es, sich zunächst die Schwierigkeit der Hüttentour zu überlegen. Schwierigkeit ist oft ein subjektiver Begriff. Allerdings kann man sich oft einen ersten Eindruck verschaffen, indem man sich die Anzahl der pro Tag zurückgelegten Kilometer und Höhenmeter sowie die technischen Schwierigkeiten der Wanderwege ansieht. Im Folgenden gebe ich dir einen Überblick darüber, was dich bei verschiedenen Arten von Hüttenwanderungen erwarten kann.
- Einfach: Einfache Hüttenwanderungen haben relativ wenige Höhenmeter, im Durchschnitt zwischen 500 und 700 Meter pro Tag. Eine durchschnittliche Etappe ist etwa 10 Kilometer lang. Die Wege sind nicht technisch anspruchsvoll. Das bedeutet, dass du auf einer Mischung aus schmalen und breiten Wegen wanderst. Wenn man sich die Schweizer Wanderskala ansieht, befinden sich die Wanderwege auf der Stufe T1 oder T2 (auf einer Skala von T1 bis T6).
- Durchschnittlich: Bei einer durchschnittlichen Hüttenwanderung musst du mehr Höhenmeter zurücklegen. Zwischen 700 und 1.000 Höhenmeter sind hier normal. Die Länge der Etappen variiert zwischen 10 und 15 Kilometern. Eine durchschnittliche Hüttenwanderung führt hauptsächlich über schmale Pfade (T2), wobei die Abschnitte hier und da mit Stahlseilen gesichert sind (T3).
- Anspruchsvoll: Wenn du Tagesetappen zwischen 1.000 und 1.500 Höhenmetern und lange Etappen von bis zu 20 Kilometern magst, dann ist dies das richtige Segment für dich. Die Wanderwege auf dieser Route sind über weite Strecken anspruchsvoll. Obwohl du die meiste Zeit auf schmalen Pfaden (T2) unterwegs sein wirst, wirst du immer wieder auf Passagen mit anspruchsvollen Abschnitten stoßen, bei denen Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich sind (T3, T4).

Welche Hüttentour passt zu meinen Ambitionen?
Um dir einen guten Eindruck davon zu vermitteln, wie Hüttentouren auf den einzelnen Schwierigkeitsstufen aussehen, habe ich unten für jede Schwierigkeitsstufe eine passende Hüttentour aufgelistet.
- Leicht: Die Durchquerung des Karwendels
- Mittel: Fünf Tage auf Hüttentour durch das Große Walsertal
- Anspruchsvoll: Fünf Tage Hüttenwanderung durch die Allgäuer Hochalpen
Wie du dir vielleicht schon denken kannst, rate ich dir dringend, dich für eine Hüttentour zu entscheiden, bevor du mit dem Trainieren beginnst. Sobald du weißt, wie viele Kilometer und Höhenmeter du täglich zurücklegen wirst, kannst du nämlich gezielt dafür trainieren. Aber seid realistisch: Berücksichtigt, wie viel Erfahrung im Bergwandern du bereits hast und wie es um deine körperliche Verfassung bestellt ist. Meiner Meinung nach ist eine gute Fitness Voraussetzung, wenn man in die Berge gehen will. Wenn du diese nicht hast, solltest du sie im Voraus aufbauen. Die folgenden Richtlinien helfen dir auf deinem Weg:
- Keine Bergerfahrung, gute Kondition: Wenn du noch nie in den Bergen gewandert bist, ist eine Hüttenwanderung vielleicht etwas zu ambitioniert. In diesem Fall empfehle ich, die Nacht in einer Berghütte zu verbringen. So kannst du auf zugängliche Weise einen Vorgeschmack auf das echte Erlebnis bekommen.
- Bergerfahrung, gute Kondition: Wenn du schon einige Male in den Bergen gewandert bist, kannst du eine Hüttenwanderung sicher bewältigen. Beginne zum Beispiel mit einer leichten Hüttenwanderung.
- Erste Hüttenwanderungserfahrung, gute Kondition: Hast du schon eine Hüttenwanderung gemacht? Dann bist du bereit für die richtige Herausforderung. Vielleicht ist eine durchschnittliche Hüttenwanderung etwas für dich.
- Umfangreiche Erfahrung mit Hüttenwanderungen, gute Kondition: Du kennst dich in den Bergen aus und weißt, wie es ist, mehrere Tage in den Bergen unterwegs zu sein? Je nach Ehrgeiz und Erfahrung kannst du dich für eine mittelschwere oder anspruchsvolle Hüttenwanderung entscheiden.

Was sollte ich beim Hüttenwandern beachten?
Das Trainieren für eine Hüttentour kann eine Herausforderung sein, vor allem weil es in manchen Teilen Deutschlands schwierig ist, die Bedingungen in den Bergen nachzuahmen. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Wandern in den Bergen anstrengender machen als in der Ebene. Zunächst einmal müssen deine Muskeln und Gelenke mehr aushalten. Wusstest du, dass zum Beispiel beim Abstieg der Druck auf deine Knie drei- bis fünfmal so hoch ist?
Außerdem musst du bei einer Hüttentour deine gesamte Ausrüstung selbst tragen. Ein Rucksack, den du während einer Hüttentour trägst, wiegt schnell acht bis zehn Kilo. Das belastet natürlich auch deine Muskeln zusätzlich. Außerdem muss sich auch dein Rücken an die zusätzliche Last gewöhnen.
Und dann ist da noch die Länge der Etappen. Auf Hüttenwanderungen wirst du sehr oft einen ganzen Tag lang wandern, und zwar mehrere Tage hintereinander. Je nach Art der Wanderung musst du mit Etappen von durchschnittlich fünf Stunden rechnen, manchmal mit Auf- und Abstiegen. Auch daran muss sich dein Körper erst einmal gewöhnen. Deshalb ist das Trainieren für eine Hüttentour ein sinnvoller Schritt. Immerhin beugt es Verletzungen vor, sorgt aber auch dafür, dass du dein Abenteuer mehr genießen kannst, weil du fit am Start sein wirst. Was du tun kannst, um dich optimal vorzubereiten, erzähle ich dir in den folgenden Absätzen.

Wie kann ich meine Wanderfitness in Vorbereitung auf eine Hüttentour am besten verbessern?
Im Internet gibt es eine Menge Informationen darüber, wie du deine Wanderfitness aufbauen kannst. Ich versuche jedoch, es hier relativ einfach zu halten. Schließlich ist jeder Mensch anders und außerdem geht jeder mit einer anderen Wanderkondition ins Rennen. Mein Rat an alle, die eine Hüttentour machen und dafür trainieren wollen, ist vor allem, mit dem regelmäßigen Wandern zu beginnen. Fang mit einem Niveau an, das zu dir passt, und nimm dir vor allem die Zeit, deine Fitness langsam aufzubauen, bis du das Niveau erreichst, das dem Schwierigkeitsgrad der Hüttenwanderung entspricht, die du machen willst. Und vor allem: Mach alles in deinem eigenen Tempo: Es ist kein Wettlauf, und es gibt nichts zu gewinnen.
Wenn du an einem Punkt bist, an dem du in die letzte Phase deiner Vorbereitung auf eine Hüttenwanderung eintrittst, solltest du die folgenden Trainingsmöglichkeiten in Betracht ziehen:
- Mit einem Rucksack wandern: Viele Menschen unterschätzen die zusätzliche Belastung, die das Wandern mit einem acht bis zehn Kilo schweren Rucksack für den Körper bedeutet. Deshalb empfehle ich dir, vor deiner Hüttenwanderung mehrmals mit dem schweren Rucksack loszuziehen. Übe zuerst in der Ebene, bevor du dir ein hügeligeres Gelände suchst.
- Übe in hügeligen Gebieten in der Nähe: Es gibt viele hügelige Gebiete in Deutschland. Geh zum Beispiel im Sauerland, in der Eifel oder im Schwarzwald wandern, um zu erfahren, wie es ist, wenn es rauf und runter geht.
- Geh mehrere Etappen mit Höhenmetern hintereinander: Bring das Training für eine Hüttenwanderung auf ein höheres Niveau, indem du mehrere Etappen mit schwerem Gepäck hintereinander gehst. Das können Tagesetappen von einem Ort aus sein, aber auch mehrtägige Wanderrouten. Mehr dazu in den folgenden Abschnitten.

Wie kann ich meine Muskeln für eine Hüttentour trainieren?
Meiner Meinung nach ist viel wandern der beste Weg, um für eine Hüttentour zu trainieren. Schließlich beanspruchst du beim Wandern alle deine Muskeln. Du kannst aber auch wichtige Muskelgruppen mit gezielten Übungen trainieren. Ich bin kein Physiotherapeut, deshalb konzentriere ich mich hier nur auf das Wesentliche. Die folgenden Übungen helfen dir, die Muskeln zu stärken, die du beim Wandern brauchst. Wenn du jedoch gezieltere Übungen möchtest, empfehle ich dir, dies mit einem Spezialisten zu besprechen.
- Beine (Quadrizeps, Kniesehnen, Waden): Ausfallschritte: Tritt nach vorne, beuge beide Knie auf 90 Grad und drücke dich wieder hoch.
- Gesäßmuskeln: Step-ups: Stelle dich mit einem Fuß auf eine Erhöhung und drücke dich hoch, während du die Beine immer wechselst.
- Core (Bauch- und Rückenmuskeln): Plank: Halte deinen Körper in einer geraden Linie auf deinen Unterarmen und Zehen.
- Schultern und oberer Rücken: Face Pulls: Ziehe ein Widerstandsband oder ein Kabel zu deinem Gesicht, um die Schultern zu stärken.
- Knöchel und Gleichgewicht: Wadenheben: Stell dich auf die Zehen und lass dich kontrolliert nach hinten sinken.
Welche Wanderwege in der Nähe von zu Hause eignen sich für das Training?
Wenn du in der Nähe deines Wohnortes für deine Hüttentour trainieren möchtest, kannst du (Teile) der folgenden Mehrtageswanderwege laufen.
- Rothaarsteig: Dieser Mehrtageswanderweg durch die Hügel des Sauerlandes ist ideal für Wanderer, die in Nordrhein-Westfalen wohnen.
- Eifelsteig: Wenn du wirklich gut mit Höhenmetern trainieren willst, ist der Eifelsteig ein sehr guter Mehrtageswanderweg. Er führt von Aachen nach Trier und hat einige sehr steile Abschnitte.
- Malerweg: Dieser 112 Kilometer lange Wanderweg durch die Sächsische Schweiz hat rund 4.000 Höhenmeter und ist damit ein guter Gradmesser für eine mehrtägige Hüttentour in den Bergen.
Fertig mit trainieren: Diese Vorbereitungstipps helfen dir weiter auf deinem Weg mit der Hüttentour
Bist du bereit für das Abenteuer Hüttentrekking? Dann ist es an der Zeit, tiefer einzutauchen. Die folgenden Artikel helfen dir weiter auf deinem Weg, eine mehrtägige Wanderung in den Bergen erfolgreich zu absolvieren.
- Gewitter in den Bergen: Mit diesen Tipps bleibst du sicher
- Wie du deine eigene Hüttentour planst
- Sicherheit unterwegs: Wie du gefährliche Situationen in den Bergen vermeidest
Die ultimative Hüttentour-Packliste
Machst du eine Hüttentour? Mit dieser umfassenden Packliste kannst du sicherstellen, dass du nichts vergisst.


